Zarenresidenz Peterhof - Strahlend schön

Peterhof ist ein von traumhaften Grünanlagen umgebener Schlosspark, der sich rund 30 Kilometer westlich von Petersburg direkt am Finnischen Meerbusen befindet. Peter der Große höchstpersönlich hatte sich den Ort für seinen Sommersitz ausgesucht und ließ seine monumentalen Vorstellungen ab 1712 von einigen der besten Architekten Westeuropas in die Tat umsetzen.

Schloss Peterhof
Im unteren Park vom Schloss Peterhof. Blick von der großen Kaskade auf den Unteren Park.

Feierliche Einweihung der Anlage war nach etwas mehr als einer Dekade Bauzeit im Jahr 1723. Lediglich der Große Palast konnte in seiner modifizierten Form erst 1752 unter Barockarchitekt B. F. Rastrelli (1700-1771) in Größe und Prunk seiner heutigen Erscheinung verwirklicht werden – weit nach dem Tod Zar Peters I. im Jahr 1725.

Die ehemalige Zarenresidenz setzt sich im Grunde aus zwei Bereichen zusammen, die über vielerlei Wege miteinander verknüpft sind – dem Unteren und dem Oberen Park. Als eine Art architektonischer Trennstrich zwischen beiden Teilen fungiert der Große Palast, der gleichzeitig als das Zentrum des riesigen Komplexes anzusehen ist.

Neptunfontäne Großer Palast Peterhof
Der Obere Park samt Neptun- Fontäne und Frontansicht des Großen Palastes.

Auf seiner zum Oberen Park hin gelegenen Vorderseite befindet sich mit der Neptun-Fontäne eine wunderschöne Brunnenanlage, die von achsensymmetrisch angelegten Wegen und Grünflächen umgeben ist. Fast hufeisenförmig schmiegen sich die Seitenarme und Nebenbauten des Großen Palastes um diesen offenkundig sorgsam konzipierten Eingangsbereich des Peterhofes. Es ist – wenn man so will – der überdimensionale Vorgarten des Anwesens.

Gold Kirche
Goldener Glanz gehört zu den wesentlichen Merkmalen der zaristischen Residenz.

Auf der Rückseite des Palastes wird die rund 15 Meter betragende Höhendifferenz zwischen Ober- und Unterpark durch die Große Kaskade überbrückt. Hierbei handelt es sich um eine treppenförmig angeordnete Brunnenanlage, von deren Kopf aus das Wasser über sieben Stufen in ein darunter gelegenes Marmorbecken fließt – einzigartig in Schönheit und Größe.

Blick über den rund 400 Meter langen Seekanal im Unteren Park Richtung Großer Palast.

Befindet man sich auf der Palastterrasse, erhält man automatisch einen großartigen Ausblick auf weite Teile des Unteren Parks, in dem sich viele weitere Fontänen sowie ein See und zusätzliche Gebäude des Komplexes befinden. Gleichzeitig kann man von hier aus über einen rund 400 Meter langen Wasserkanal, der vom Meeresufer aus schnurgerade zum Fuß der Großen Kaskade führt, bis zum Finnischen Meerbusen blicken. Daneben gibt es im Unteren Park eine Orangerie und zwei kleinere Lustschlösser zu besichtigen. Das eine – Palais Marly – liegt, von der Terrasse des Großen Palastes aus gesehen, linkerhand in rund 400 Metern Entfernung. Es diente in früheren Zeiten vornehmlich als Gästehaus.

Monplaisir
Das Schlösschen Monplaisir fällt geradezu bescheiden aus.

Das andere – Schloss Monplaisir – befindet sich rechterhand auf einem Landvorsprung direkt am Finnischen Meerbusen und kommt im Vergleich zum luxuriösen Rest des Parks eher schlicht daher – eine für Peter den Großen gar nicht untypische architektonische Ambivalenz. Zwar waren Prunk und Protz selbstredend auch für ihn elementare Bestandteile zaristischer Etikette. Privat jedoch bevorzugte er es gerne ein wenig schlichter.

Triton Fontäne
Triton reißt dem Meeresungeheuer den Schlund auf. Eine der knapp 150 Fontänen in Peterhof.

Dass der Peterhof im Verlauf des 2. Weltkrieges durch die Hand deutscher Besatzer fast völlig zerstört wurde, ist heute zum Glück nicht mehr zu erkennen. Gleich nach Kriegsende hatte man auf russischer Seite damit begonnen, dem Anwesen durch mühvolle Rastaurationsarbeiten wieder zu alter Geltung zu verhelfen. Es herrschte Einigkeit: Der Peterhof musste weiterleben.

An die harten Zeiten des Krieges erinnert heute eine im Großen Palast ausgestellte Fotodokumentation. Schonungslos wird aufgedeckt, welch dumpfe Gewalt der Park 1944 erleiden musste. Es ist das bedrückende Mahnmal einer dunklen Epoche, die man auf dem Peterhof ansonsten hat unsichtbar werden lassen. – Heute ein schlichtweg traumhaftes Ausflugsziel.


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